Wissenschaft im Fokus
Rossell, C. R., I. M.
Rossell & S.
Patch (2006): Microhabitat selection by eastern box
turtles (Terrapene c. carolina) in a North Carolina mountain wetland.
– Journal of Herpetology 40 (2): 280-284.
Mikrohabitatauswahl bei der östlichen
Dosenschildkröte (Terrapene c. carolina)
in einem montanen Feuchtgebiet North Carolinas
Wir untersuchten die Mikrohabitatauswahl von
Terrapene carolina
carolina in North Carolina in einem montanen Feuchtgebiet. Wir
überwachten 21 mit Radiosendern markierte Schildkröten in 1997 und
1998. Die Schildkröten wurden mindestens einmal pro Woche geortet und zwar
von Mitte Mai bis zum Zeitpunkt, an dem sie ihre Überwinterungshöhle
aufsuchten. Die Mikrohabitatcharakteristika wurden für jedes der Tiere
quantifiziert und mit einer zufällig gewählten Landschaftsform in
einem Umkreis von maximal 25 m zum jeweiligen Aufenthaltsort des jeweiligen
Tieres verglichen. Das Wetter variierte während der Studie, wobei 1998
wesentlich heißer und trockener als 1997 war. Die Mikrohabitatwahl
für Männchen und Weibchen war gleich, mit einer Ausnahme, dass
Weibchen Orte mit mehr unbedeckter Erde (weniger Bewuchs) bevorzugten. Generell
richteten sich die Schildkröten im Vergleich zur benachbarten Umgebung
immer in feuchteren Bereichen ein (vergruben sich). Dosenschildkröten
suchten auch im Vergleich zur Umgebung Habitate mit niedrigerer
Oberflächentemperatur und höher Feuchte auf, was insbesondere für
die heißen trockenen Perioden zu beobachten war. Dieses Verhalten half
ihnen möglicherweise, die Körpertemperatur zu regulieren und einer
Austrocknung vorzubeugen. Während des Sommers 1997 und der gesamten
Überwachungsperiode 1998 waren die Schildkröten an Lokalitäten zu
finden, die eine moderate Bedeckung durch Baumkronen aufwiesen, aber relativ
weniger direkten Bodenbewuchs zeigten, als man vermuten würde. Bereiche mit
weniger direktem Bodenbewuchs könnten eine bessere Luftzirkulation
aufweisen, was es den Schildkröten erlauben könnte, Wärme
schneller abzustrahlen. Die Menge an Todholz, Falllaub und Baumkronenbedeckung
an den Schildkrötenstandorten war vergleichbar mit jener der
Vergleichsareale in der angrenzenden Umgebung. Unsere Ergebnisse zeigen, dass
die Parameter, die ein Mikrohabitat von
T. carolina im Wesentlichen
charakterisieren, durch die Oberflächentemperatur, die rel. Feuchte und den
Unterwuchs bestimmt werden und dass deren Auswahl in Bezug zur Thermoregulation
und der Minimierung von Wasserverlusten steht.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Siehe auch: Donaldson &
Echternacht (2005) Journal of Herpetology 39 (2):
278-284 oder WiF-Archiv
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