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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Wissenschaft im Fokus


Scantlebury, M. & P. Minting (2006): Differences in resting metabolic rates of two southern African tortoises: Psammobates oculiferus and Geochelone pardalis – African Journal of Herpetology 55 (2): 161-165.

Unterschiede in der metabolischen Rate in Ruhe bei zwei südafrikanischen Landschildkröten: Psammobates oculiferus und Geochelone pardalis


Der Energiemetabolismus (Umsatz) schwankt erheblich zwischen den verschiedenen Gruppen der endothermen Tiere, bis jetzt gibt es aber nur wenige Daten und kaum Berichte über die Unterschiede zwischen den Gruppen von Reptilien. Wir maßen die Ruheraten der metabolischen Aktivität (RMRs) bei der Stachelrand-Landschildkröte (Psammobates oculiferus) im Vergleich zur sympatrisch vorkommenden Pantherschildkröte (Geochelone pardalis). G. pardalis hatte RMR-Werte, die höher lagen als es die allometrisch errechneten Vorhersagen für Reptilien vermuten ließen, wohingegen P. oculiferus RMR-Werte zeigte, die nicht signifikant von den Vorhergesagten abwichen. Die festgestellten Unterschiede zwischen den beiden Spezies könnten auf den Unterschieden in den Körpermassen beruhen, ebenso wie auf Unterschieden in der Körpertemperatur, unterschiedlichen Wachstumsraten oder darauf, dass es Unterschiede in der Wärmeaufnahme oder Erzeugung des Futters gibt.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Hierbei handelt es sich um interessante Befunde, die andeuten, dass man mit den Berechnungsgrundlagen, die man zur Abschätzung des Energieumsatzes für Reptilien erarbeitet hat, den Energieumsatz für kleine Spezies einigermaßen gut kalkulieren kann, für größere Arten aber unterschätzt. Es wäre interessant zu wissen, ob junge (kleine) Pantherschildkröten noch die gleichen RMR-Werte zeigen wie Stachelrand-Landschildkröte, denn das würde bedeuten, dass sich kleine Pantherschildkröten entweder anders ernähren oder weniger Energieumsatz pro Zeiteinheit haben als adulte Pantherschildkröten, denn das würde bedeuten, dass man diese Unterschiede bei der Fütterung und Aufzucht berücksichtigen müsste (z. B. wenn kleine Schildkröten wie von Balsamo et al. (2004): African Zoology 39: 175-181 oder WiF-Archiv und Henen et al. (2005): South African Journal of Science 101 (9-10): 435-438 oder WiF-Archiv; beschrieben, generell eher ballaststoffarme Nahrung aufnehmen, würde auch die Fermentierung weniger Abwärme erzeugen). Für große Schildkröten, die ballaststoffreichere Nahrung aufnehmen, kann man durchaus davon ausgehen, dass allein die Nahrungsmenge im Darm während der Fermentierung eine gewisse Menge an Wärme erzeugt, die in einem großen Körper länger gespeichert werden kann, und es dazu bei erhöhter Temperatur auch zu einem erhöhten Grundumsatz der Energie kommt, was ebenfalls eine Anpassung in Bezug auf die artgerechte Fütterung erfordern würde (siehe auch Brown et al. (2005): Journal of Herpetology 39 (1): 19) oder SiF 3/05). Solche Grundlagen zur Ernährungs- und Stoffwechselphysiologie wären für ein besseres Verständnis der Ernährung sehr hilfreich und könnten zumindest zum Teil auch an in Gefangenschaft gehaltenen Tieren erhoben werden (s. Hatt et al. (2005): Zoo Biology 24 (2): 185-191 oder SiF 1/06), denn auch diese Kenntnisse könnten helfen, Fehler bei der Ernährung im Bezug zum Wachstum der Tiere zu vermeiden.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus