Wissenschaft im Fokus
Seltzer, M. D. & K. H.
Berry (2005): Laser ablation ICP-MS profiling and
semiquantitative determination of trace element concentrations in desert
tortoise shells: documenting the uptake of elemental toxicants. – Science
of the Total Environment 339 (1-3): 253-265.
Laserabtastung von ICP-MS-Profilen und die
semiquantitative Bestimmung von Spurenelementenkonzentrationen in
Wüstenschildkrötenpanzern: Die Dokumentation der Aufnahme von giftigen
Elementen
Die äußere Keratinschicht der Carapaxschilde von
Wüstenschildkröten besteht aus angelagerten Wachstumslamellen, in die
durch Bioakkumulation angereicherte Spurenelemente eingelagert werden. Die
Laserabtastung gekoppelt mit ICP-Massenspektroskopie dieser Wachstumslamellen
zeigt die Chronologie der Spurenelementverteilung, Aufnahme und Einlagerung.
Diese Einlagerungsmuster können von pathologischer Relevanz sein, wenn es
sich dabei um toxische Elemente wie z. B. Arsen handelt, dass sowohl für
Carapaxläsionen als auch für Atemwegserkrankungen mit verantwortlich
gemacht wird. Laserabtastungen in Transekten entlang der seitlichen
Oberfläche von durchgeschnittenen Schilden ergab die besten und saubersten
Resultate, wobei eine Verunreinigung durch auf der natürlichen
äußeren Schildoberfläche anhaftenden Verunreinigungen
ausgeschlossen wird. Die semiquantitative Bestimmung der Elementkonzentrationen
war möglich, da Schwefel als natürliches Element der Keratinmatrix als
interner Standard genutzt werden konnte. Die hier dargestellten Ergebnisse
zeigen eindeutig das diagnostische Potential dieser Methode zur Erfassung
toxischer Elementeinlagerungen, die zur Schwächung und zum Tod der
Schildkröten beitragen können.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Diese Studie ist in meinen Augen sehr wertvoll, zum Einen weil sie zeigt wie
sich auch neuere Methoden für die Untersuchungen an Reptilien einsetzen
lassen und zum Zweiten, weil sie darlegt, dass langlebige Lebewesen wie
Schildkröten als Langzeitindikatoren für selbst Jahre
zurückliegende Umweltveränderungen bzw. Verschmutzungen herangezogen
werden können, wahrscheinlich selbst noch dann, wenn der Regen die
Verschmutzungen schon längst aus den oberen Bodenschichten ausgewaschen
hat. Damit lassen sich sicher gute Argumente für zukünftige
Forschungsvorhaben formulieren, die nicht zuletzt auch dem Schutz,
beziehungsweise der Wiederansiedlung solcher biologischer Langzeitindikatoren
dienen können.
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