Schildkröten im Fokus Kleintierverlag Thorsten Geier
 
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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 22.04.2017 Share it on Facebook


Smith, L. M. & R. P. Cherry (2016): Hibernation Ecology of an Isolated Population of Bog Turtles, Glyptemys muhlenbergii. – COPEIA, 104: 475–481.

Überwinterungsökologie einer isolierten Population der Moorschildkröte, Glyptemys muhlenbergii.


Informationen über die Überwinterungsökologie von Moorschildkröten (Glyptemys muhlenbergii) innerhalb ihres Gesamtverbreitungsgebiets sind nur begrenzt verfügbar. Nur wenige Studien identifizierten nutzbare Überwinterungslokaltäten oder dokumentierten das Überwinterungsverhalten in Bezug auf Ortstreue, gemeinschaftlicher Überwinterung sowie zum Eintritt oder zur Beendigung der Winterruhe. Unsere Studie präsentiert eine Langzeitdokumentation zur Überwinterung für einen wenig untersuchten Bereich des Verbreitungsgebiets. Von Herbst 2005 bis zum Frühjahr 2014 beobachteten wir die Überwinterung von 13 markierten Schildkröten einer isolierten Population in den südlichen Appalachengebirge von North Carolina. Während der Untersuchungszeit wurden 9 Schildkröten für 1–5 Jahre mit der Radiotelemetrie überwacht. Die Schildkröten verbrachten etwa sechs Monate in der Winterruhe, wobei sie gewöhnlich das Hibernaculum im späten September bis Oktober aufsuchten und es Mitte April wieder verließen. Anhand der Radiotelemetrie identifizierten wir 11 Hibernacula, die drei unterschiedlichen Typen zugerechnet werden konnten: Wurzellstöcke von Bäumen/Sträuchern, Wurzelballen vom Cinnamon-Farn (Osmundastrum cinnamomeum) und Seggenballen (Carex stricta). Ortstreue in Bezug auf das Hibernaculum und dessen gemeinschaftliche Nutzung waren die Regel in unserer Studie. Zehn Schildkröten, die während mehrere Winter lokalisiert wurden, benutzten das gleiche Hibernaculum mindestens in zwei der Winter. Zwölf der Schildkröten überwinterten in Gemeinschaft mit anderen in mindestens einem der Jahre. Es gab keine Verluste in den Hibernacula. Unsere Studie zeigt wie wichtig für die Tiere Wurzelstöcke in einem tiefen weichen Substrat sind, um darin die langen, rauen Winter zu überleben. Moorschildkröten verbringen die Hälfte des Jahres und damit die Hälfte ihres Lebens in Winterruhe, was deutlich macht wie notwendig die Identifizierung und der Schutz geeigneter Überwinterungsorte ist und dass diese mit eine Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Populationsmanagement sind um dieser Art langfristig ein Überleben zu sichern.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Über Überwinterungsprobleme in menschlicher Obhut hört man des Öfteren bei dieser Spezies. Somit liefert diese Studie eigentlich gute Anhaltspunkte, denn ich denke, wenn man es zumindest in größeren Anlagen schaffen würde diese Farn- bzw. Seggenspezies zu erhalten, könnte sich das durchaus positiv auswirken. Auch pH-Wert-Angaben aus solchen natürlichen Substraten wären sicherlich sehr hilfreich, um entsprechende Überwinterungsbedingungen zu etablieren.



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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus