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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Wissenschaft im Fokus


Stehen, D. A., M. J. Aresco, S. G. Beilke, B. W. Compton, E. P. Condon, C. K. Dodd, H. Forrester, J. W. Gibbons, J. L. Greene, G. Johnson, T. A. Langen, M. J. Oldham, D. N. Oxier, R. A. Saumure, F. W. Schueler, J. M. Sleeman, L. L. Smith, J. K. Tucker & J. P. Gibbs (2006): Relative vulnerability of female turtles to road mortality. – Animal Conservation 9 (3): 269-273.

Relative Verletzbarkeit weiblicher Wasserschildkröten bezüglich Straßenmortalität


Jüngste Studien lassen vermuten, dass die Populationen von Wasserschildkröten zunehmend vom männlichen Geschlecht dominiert werden. Der hypothetische Grund dafür ist der höhere Gefährdungsgrad der Weibchen auf Straßen getötet zu werden. Wir evaluierten diese Hypothese durch den Vergleich der Geschlechterverhältnisse von publizierten und noch nicht publizierten Populationsuntersuchungen von Wasserschildkröten, die an durch Straßenverkehr betroffenen Populationen und solchen, die unbeeinflusst waren, durchgeführt worden waren. Dabei werteten wir Daten von insgesamt 38.166 Schildkröten von 157 Studien aus, die Angaben zum Geschlechterverhältnis enthielten. Es wurde durchgängig festgestellt, dass gerade die Fraktion der großen, weiblichen Schildkröten 61 % der auf Straßen getöteten Tiere ausmachte, während sie unter Normalbedingungen für diese Klasse bei 41 % lag. Wir schließen daraus, dass die Wahrscheinlichkeit des Überfahrenwerdens für große Weibchen, die Straßen überqueren, höher liegt als für Männchen. Das könnte dazu beitragen, dass es zu einer von Männchen dominierten Verschiebung im Geschlechterverhältnis der betroffenen Populationen kommt. Letzteres könnte durch die differentielle Auslöschung der Weibchen zum Populationsrückgang führen.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Siehe auch Aresco (2005): Journal of Wildlife Management 69: 549 ff. oder WiF-Archiv. Für mein Dafürhalten ist die Beobachtung grundsätzlich richtig. Die Interpretation leuchtet mir aber nicht ganz ein, denn die Chance überfahren zu werden, halte ich für alle Altersklassen gleich hoch. Entscheidend dürfte aber sein, dass die größten Schildkröten und das sind nun mal die Weibchen, bei Trockenheit früher und damit häufiger wandern, um noch entsprechend tiefe Tümpel zu finden, während kleinere Tiere wie junge Weibchen und Männchen meist wesentlich länger ausharren können. Zudem kann sich für legereife Weibchen auch eine zusätzliche Gefährdung ergeben, wenn sie alljährlich zum Erreichen ihrer Nistplätze Straßen überqueren müssen oder zur Ablage Straßenränder aufsuchen, die durch die vom Asphalt abgestrahlte Wärme optimal temperiert sind. Siehe Aresco (2005) Biological Conservation 123: 37 ff. oder WiF-Archiv.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus