Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 20.09.2009
Stringer, E. M., M. M. Garner, J. S. Proudfoot, J. C.
Ramer, M. R. Bowman, H. G. Heng & D. S. Bradway (2009):
Phaeohyphomycosis of the carapace in an Aldabra tortoise (Geochelone
gigantea). – Journal of Zoo and Wildlife Medicine 40 (1): 160-167.
Phaeohypomycosis am Carapax bei einer
Aldabraschildkröte (Geochelone gigantea)
Eine adulte Aldabra-Riesenschildkröte (
Geochelone gigantea) wurde
mit einem tiefen seitlichen Carapaxareal vorgestellt. Die histologische
Untersuchung einer Biopsie aus dieser Region zeigte eine Phaeohyphomykose der
oberflächlichen Hornschichten. Die Erkrankung zeigte ein progressives
schnelles Fortschreiten und breitete sich in andere Regionen aus. Nach einigen
Wochen, in denen man die Wunde von befallenem Gewebe reinigte, zeigte sich, dass
auch der Knochen bis in seine Tiefe infiziert war, was sich auch in der
Histologie nachweisen ließ. Eine Pilzkultur wurde angelegt, was
dahingehend erfolglos war, weil der infektiöse Pilz nicht nachgewiesen
werden konnte. Mit der Polymerasekettenreaktion unter Benutzung der DNS aus den
für die Histologie fixierten Parafinblöcken konnte der Pilz als
Exophiala oligosperma identifiziert werden. Die initiale Behandlung
bestand weiterhin aus dem wöchentlichen Entfernen des erkrankten Gewebes
und der oralen und topicalen Gabe von Fungiziden. Ein nuklearer,
szintigraphischer Knochenscan wurde durchgeführt, um das Ausmaß und
den Status der Infektion abzuklären. Multiple Foci, die die Aufnahme des
Radiomarkers anzeigten, waren im Carapax vorhanden und zeigten das Vorhandensein
von noch aktiven Läsionen. Die Schildkröte wurde mit
Antifungalmedikamenten oral weiterbehandelt, und es ließ sich beobachten,
dass die aktiven Läsionen über die folgenden Monate zurückgingen.
Ein nach einem Jahr nach Erstvorstellung durchgeführter Wiederholungsscan
zeigte eine deutliche Abnahme der aktiven Läsionen, was anzeigte, dass die
tiefen Läsionen auf die Behandlung ansprachen. Phaeohyphomycose sollte bei
der differentiellen Diagnose von Fällen von Panzerläsionen bei
Schildkröten mit in Betracht gezogen werden.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Vielleicht hätte eine anfängliche Reinigung und H
2O
2-Behandlung
der oberflächlichen Läsionen die Ausweitung der Mykose etwas schneller
eingeschränkt und zum Abklingen gebracht.
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Schlagwörter
| Arten |
Aldabraschildkröte, Geochelone gigantea, Aldabrachelys gigantea |
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