Schildkröten im Fokus Kleintierverlag Thorsten Geier
 
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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 09.07.2017 Share it on Facebook


Stryszowska, K. M., G. Johnson, L. R. Mendoza & T. A. Langen (2016): Species Distribution Modeling of the Threatened Blanding's Turtle's (Emydoidea blandingii). Range Edge as a Tool for Conservation Planning. – JOURNAL OF HERPETOLOGY; 50: 366–373.

Artverbreitungsmodellierung für die gefährdete Blandingis Sumpfschildkröte (Emydoidea blandingii). Verbreitungsgebietsränder als ein Werkzeug zur Erhaltungsplanung.


Die Erfassung der Arealbegrenzung für eine Spezies ist keine leichte Aufgabe, denn vielfältige Faktoren interagieren auf mehreren räumlichen Skalen, die sich auf das Verbreitungsgebiet einer Art auswirken. Speziesverbreitungsmodelle (SDM) kann man benutzen, um die Faktoren zu identifizieren, die am wichtigsten für das Vorkommen einer Art sind und die deshalb genutzt werden können, um die potentiellen Ränder eines Verbreitungsgebiets zu erfassen. Wir untersuchten hier die Verwendbarkeit von zwei häufig benutzten SDM’s das Maximum-Entropie-Modell (z. B. MaxEnt) und das Generalisierte-Linear-Modell (GLM), um die Ränder des Verbreitungsgebiets für die gefährdete Blanding's Sumpfschildkröte, Emydoidea blandingii, im nordöstlichen New York, USA, festzulegen. Unter Verwendung der Kartierungs- und Analyse-Software ArcGIS konstruierten und validierten wir die SDMs unter Berücksichtigung der Vorkommens- oder Abwesenheitsdaten (GLM) und den Vorhandenseins/Hintergrund-Aufzeichnungen (MaxEnt) mit 11 Umweltfaktoren, die als Vorhersagevariablen wichtig sind. Aufgrund der Limitierungen, die durch die geringe Anzahl an Abwesenheitsangaben auftrat, erwies sich das GLM als wenig zuverlässig gegenüber MaxEnt zur Vorhersage für Spezies gerechte Habitate für die seltene und kryptisch lebende Spezies E. blandingii. Unsere Ergebnisse zeigten aber auch, dass ein distinkter einzelner Umweltfaktor für das Festlegen der Verbreitungsgebietsgrenze wichtig ist, nämlich die Höhe. Beide Modelle GLM und MaxEnt zeigten, dass für die Spezies geeignete Habitate auch außerhalb ihres derzeitigen, natürlichen Vorkommensgebiets liegen, wobei einige dieser Lokalitäten tatsächlich disjunkte Populationen aufweisen. Wir schließen daraus, dass eine Vorkommens/Hintergrund SDM Untersuchung wie mit MaxEnt dann valide und akkurate Daten liefern kann, wenn gesicherte Angaben zum Nichtvorhandensein für bestimmte Orte dieser typischerweise seltenen und verborgen lebenden Art fehlen. Die Anwendung von SDM kann hilfreich für das Verständnis darüber sein, welche Faktoren die Habitatgrenze charakterisieren und sie kann für die Planung von Erhaltungsmaßnahmen für die gefährdete E. blandingii somit nützlich sein.

Kommentar von H.-J. Bidmon

Für mein Dafürhalten verweisen die Autoren auf einen wichtigen Punkt, denn solche Modelle sollten dann eingesetzt werden, wenn man für eine Landschaftsformation keine Angaben zum Vorkommen von bedrohten Arten hat. In diesen Fall sind diese Modelle insofern nützlich in dem sie einem anzeigen, an welchen Stellen man suchen sollte, um mit möglichst hoher Wahrscheinlichkeit das Vorhandensein nachzuweisen. Ansonsten sind diese Modelle immer noch sehr grob und wie Sie sehen wird im Abstract nur auf einen sicheren zuverlässigen Verbreitungsgebietsrandanzeiger hingewiesen, nämlich die Höhenlage. Aber diese Erkenntnis ist für jemanden, der etwas über die Ökologie dieser Schildkröten weiß, mehr als trivial und auch so bekannt.



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© Michael Daubner 2017Schildkröten im Focus