Wissenschaft im Fokus
Szabó, M. P., M. M.
Olegário & A. L.
Santos (2007):. Tick fauna from two locations in
the Brazilian savannah. – Experimental & Applied Acarology 43 (1):
73-8.
Die Zeckenfauna von zwei Lokalitäten in der
brasilianischen Savanne
Die Cerrado ist eine tropische Savanne in Brasilien, die den Argumenten nach
bedrohter als der amazonische Regenwald ist. Die biologische Vielfalt des
Cerrado Bioms des tropischen Südamerikas umfasst 2 Millionen km
2
und wird als „biodiversity hot spot“ angesehen, was bedeutet, dass
gerade dort ein Reichtum an endemischen Arten vorkommt, der durch menschliche
Aktivitäten bedroht ist. Die Cerrado wird zunehmend von der Landwirtschaft
verändert, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich die
Parasitenfauna von Nutztieren und Wildtieren vermischt. Informationen über
die in der Cerrado vorkommenden Zecken sind rar. In dieser Arbeit stellen wir
die Zecken vor, die an domestizierten Tieren und einigen Wildtieren auf zwei
Farmen in der Cerrado (Nova Crixás und Araguapaz municipalities,
Goiás State, Brazil) vorkommen.
Amblyomma cajennense war die
erste und
Amblyomma parvum die zweite frei lebende und
Wirtssuchende-Zeckenart, die gefunden wurde. Nur zwei weitere Spezies wurden
frei lebend gefunden: eine
Amblyomma nodosum und drei Nymphenstadien
von
Amblyomma naponense. Rinder waren befallen mit
Boophilus
microplus und
A. cajennense. Büffel wurden von
B.
microplus und
A. parvum befallen. An Hunden wurden
A.
cajennense,
Amblyomma ovale,
A. parvum und
Rhipicephalus sanguineus gefunden.
Anocentor nitens,
B.
microplus,
A. cajennense und
A. parvum waren bei Pferden
vorhanden.
Amblyomma auricularium besiedelten das
Neunband-Gürteltier und
Amblyomma rotundatum wurde an der
Köhlerschildkröte, Rokokokröte und an Klapperschlangen gefunden.
Letztere wurde auch von adulten
A. cajennense heimgesucht. Keine Zecken
wurden an Ziegen und bei einer tropischen Erdnatter sowie beim gelben
Gürteltier gefunden. In Bezug auf die Gesamtheit der Befunde ist der Befall
der meisten Haustiere mit
A. parvum hervorzuheben. Dies lässt
vermuten, dass sich
A. parvum zu einer Plage ausweitet. Allerdings ist
der Lebenszyklus von
A. parvum im Freiland und die Bedeutung von
A. parvum als Krankheitsvektor weitgehend unbekannt. Es dürfte
wichtig sein herauszufinden, ob die Spezies geographisch expandiert und sich an
neue Wirtstiere anpasst oder ob sie sich nur in hoher Individuenzahl an den zwei
Untersuchungsorten erhalten hat. Eine höhere Vorkommensrate von
A.
cajennense in den meisten Landschaften Brasiliens mit Ausnahme des
Regenwalds ist schon seit längerem bekannt. Somit kann man davon ausgehen,
dass diese Art von der Abholzung des Waldes profitiert und dass die Art genauer
untersucht werden sollte, da sie der häufigste Überträger des
brasilianischen Fleckfiebers ist.
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