Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 16.05.2010
Uetz, P. (2010): The original descriptions of reptiles. – Zootaxa 2334: 59-68.
Die Originalbeschreibungen von Reptilien.
Im September 2009 gab es eine geschätzte Zahl von 9.084 Arten existierender beschriebener Reptilien, die in insgesamt 4.579
Publikationen und Büchern veröffentlicht wurden (die Liste der Arbeiten ist dieser Arbeit als gesonderter Anhang beigefügt).
In diesem Übersichtsartikel verweise ich auf die geschichtliche Entwicklung dieser Beschreibungen, wobei ich mit
Linnaeus in 1758 beginne. Von diesem Beginn an brauchte es 80 Jahre, bis die ersten 1.000 Arten in 1838
beschrieben waren, seit dieser Zeit wurden ungefähr alle 20 Jahre 1.000 neue Spezies beschrieben, wobei es zu einer signifikanten
Beschleunigung (Zunahme) während der letzten beiden Dekaden kam. Die 40 produktivsten Herpetologen (in Bezug auf die Zahl der
Artbeschreibungen) haben insgesamt 4.780 Arten beschrieben, was mehr als die Hälfte ausmacht.
George Albert
Boulenger führt diese Elite mit 573 Arten an, die heute noch valide sind. Geschichtlich heben sich 18 klassische Arbeiten aus
dem 18. und 19. Jahrhundert hervor, die fast 1.000 heute noch anerkannte Arten enthalten wie die Herpetologie Generale, die in 9 Bänden
zwischen 1834 und 1854 herausgegeben wurde. Die 25 Spitzenjournale enthalten allein 3.600 Artbeschreibungen der vergangenen 250 Jahre
(einschließlich 169 in Zootaxa, das an sechster Stelle steht), was in etwa 40 % aller Spezies ausmacht.
Kommentar von H.-J. Bidmon
Hut ab vor diesen Altmeistern, denn wie uns aus jüngster Zeit nicht ganz unbekannt sein dürfte, haben viele der jüngsten
Artbeschreibungen wesentlich kürzere Bestands-, oder sollte ich etwas zynischer sagen, Halbwertszeiten (siehe WiF-Archiv:
Taxonomie).
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