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Aktualisiert:
14.05.2012

Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Kotanalysen bei Schildkröten



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Jetzt im Format DIN A4


Wissenschaft im Fokus


Wallace, B. P., C. L. Williams, F. V. Paladino, S. J. Morreale, R. T. Lindstrom & J. R. Spotila (2005): Bioenergetics and diving activity of internesting leatherback turtles Dermochelys coriacea at Parque Nacional Marino Las Baulas, Costa Rica. – Journal of Experimental Biology 208 (Pt 20): 3873-84.


Bioenergetik und Tauchaktivitäten einer Lederrückenschildkröte Dermochelys coriacea zwischen den Eiablagen im Nationalpark Marino Las Baulas, Costa Rica


Physiologie, Umwelt und Lebensgeschichte interagieren und beeinflussen die Bioenergetik und die Aktivität mariner Schildkröten. Allerdings wurden der Metabolismuns und das Tauchverhalten frei schwimmender mariner Schildkröten nie simultan gemessen. Unter Verwendung von doppelt markiertem Wasser konnten wir erstmals Feld-Metabolismus-Raten (gemessen unter Freilandbedingungen) (FMRs; 0,20-0,74 W pro kg) sowie den täglichen Wasserfluss (16-30 % TBW/Tag), TBW=totales Körperwasser) für frei schwimmende marine Schildkröten erfassen. Anschließend wurden diese Daten mit den elektronisch archivierten Tauchinformationen von an den Tieren angebrachten Messgeräten kombiniert, um die Bioenergetik und die Tauchaktivität reproduktiver, adulter weiblicher Lederrückenschildkröten Dermochelys coriacea zu analysieren. Die mittlere Tauchdauer betrug (7,8 +/-2,4 min (+/-1 S.D.), Zeit am Grund (2,7 +/-0,8 min), und der prozentuale Zeitanteil, der in bestimmten Wassertemperaturen verbracht wurde (T(w)) </=24 °C (9,5 +/-5,7 %) steigt mit steigender maximaler Tauchtiefe (22,6 +/-7,1 m; all P</=0,001). Die FMRs steigen mit der ansteigenden Tauchdauer, Zeit am Grund und den Oberflächenintervallen sowie der zunehmenden Zeit, die bei T(w)</=24 °C (alle r(2)>/=0.99) verbracht werden. Das deutet darauf hin, dass geringe FMRs und Aktivitätslevels, kombiniert mit dem Pendeln zwischen unterschiedlichen Wassertemperaturen es den Lederrückenschildkröten erlauben, eine Überhitzung in warmen tropischen Gewässern zu verhindern. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Tauchgänge bei eierlegenden Lederrücken kürzer sind, als sie unter noch aerob bleibenden Bedingungen sein könnten, wie sich unseren FMRs (11,7-44,3 min) berechnen lässt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass eierlegende weibliche Lederrücken geringe FMRs und Aktivitätslevels aufrechterhalten, und sie verbrauchen relativ wenig Energie während ihrer Aktivitäten im Meer. Zukünftige Studien sollten Daten der metabolischen Raten, der Tauchmuster, der Wasser- und Körpertemperaturen aufnehmen, um die Beziehung zwischen Physiologie und Lebensweise erfassen zu können und um die marine Schildkröten-Bioenergetik und Aktivität weiter detaillierter analysieren zu können.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus