Wissenschaft im Fokus
Wallace, B. P., C. L.
Williams, F. V.
Paladino, S. J.
Morreale, R. T.
Lindstrom & J. R.
Spotila (2005): Bioenergetics and diving activity
of internesting leatherback turtles Dermochelys
coriacea at Parque Nacional Marino Las Baulas, Costa Rica. –
Journal of Experimental Biology 208 (Pt 20): 3873-84.
Bioenergetik und Tauchaktivitäten einer
Lederrückenschildkröte Dermochelys
coriacea zwischen den Eiablagen im Nationalpark Marino
Las Baulas, Costa Rica
Physiologie, Umwelt und Lebensgeschichte interagieren und beeinflussen die
Bioenergetik und die Aktivität mariner Schildkröten. Allerdings wurden
der Metabolismuns und das Tauchverhalten frei schwimmender mariner
Schildkröten nie simultan gemessen. Unter Verwendung von doppelt markiertem
Wasser konnten wir erstmals Feld-Metabolismus-Raten (gemessen unter
Freilandbedingungen) (FMRs; 0,20-0,74 W pro kg) sowie den täglichen
Wasserfluss (16-30 % TBW/Tag), TBW=totales Körperwasser) für frei
schwimmende marine Schildkröten erfassen. Anschließend wurden diese
Daten mit den elektronisch archivierten Tauchinformationen von an den Tieren
angebrachten Messgeräten kombiniert, um die Bioenergetik und die
Tauchaktivität reproduktiver, adulter weiblicher
Lederrückenschildkröten
Dermochelys coriacea zu analysieren.
Die mittlere Tauchdauer betrug (7,8 +/-2,4 min (+/-1 S.D.), Zeit am Grund
(2,7 +/-0,8 min), und der prozentuale Zeitanteil, der in bestimmten
Wassertemperaturen verbracht wurde (T(w)) </=24 °C (9,5 +/-5,7 %) steigt
mit steigender maximaler Tauchtiefe (22,6 +/-7,1 m; all P</=0,001). Die FMRs
steigen mit der ansteigenden Tauchdauer, Zeit am Grund und den
Oberflächenintervallen sowie der zunehmenden Zeit, die bei
T(w)</=24 °C (alle r(2)>/=0.99) verbracht werden. Das deutet darauf hin,
dass geringe FMRs und Aktivitätslevels, kombiniert mit dem Pendeln zwischen
unterschiedlichen Wassertemperaturen es den Lederrückenschildkröten
erlauben, eine Überhitzung in warmen tropischen Gewässern zu
verhindern. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Tauchgänge bei
eierlegenden Lederrücken kürzer sind, als sie unter noch aerob
bleibenden Bedingungen sein könnten, wie sich unseren FMRs (11,7-44,3 min)
berechnen lässt. Unsere Ergebnisse zeigen, dass eierlegende weibliche
Lederrücken geringe FMRs und Aktivitätslevels aufrechterhalten, und
sie verbrauchen relativ wenig Energie während ihrer Aktivitäten im
Meer. Zukünftige Studien sollten Daten der metabolischen Raten, der
Tauchmuster, der Wasser- und Körpertemperaturen aufnehmen, um die Beziehung
zwischen Physiologie und Lebensweise erfassen zu können und um die marine
Schildkröten-Bioenergetik und Aktivität weiter detaillierter
analysieren zu können.
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