Wissenschaft im Fokus
Wolf, K. N., C. A. Harms & J. F. Beasley
(2008): Evaluation of five clinical chemistry analyzers for use in health
assessment in sea turtles – JAVMA – Journal of the American
Veterinary Medical Association 233 (3): 470-475.
Evaluation von fünf Analysegeräten für
klinisch-chemische Parameter zur Erfassung des Gesundheitsstatus bei
Meeresschildkröten
Zielsetzung: Es ging darum, die Vergleichbarkeit biochemischer Messwerte, die
mit einem Handanalysegerät bestimmt wurden, mit jenen, die von zwei
Tischgeräten, sowie jenen, die von zwei Diagnostiklaboren bestimmt wurden,
anhand von Replikatproben von Meeresschildkrötenblut zu
überprüfen.
Studien und Validierungsdesign: Als Untersuchungstiere dienten 22 in
Gefangenschaft gehaltene juvenile Meeresschildkröten.
Vorgehen: Meeresschildkröten (18 Unechte Karettschildkröten
[
Caretta caretta], 3 Suppenschildkröten [
Chelonia mydas],
und 1 Bastardschildkröte [
Lepidochelys kempil]) wurden manuell je
eine Blutprobe entnommen und diese wurden dann so aufgeteilt, dass sie für
fünf unterschiedliche Messungen mit verschiedenen Analysegeräten
verwendet werden konnten. Der Hämatokrit sowie die Konzentrationen und
Aktivitäten von Aspartataminotransferase, Creatinkinase, Glucose,
Gesamtprotein, Albumin, BUN, Harnsäure, P, Ca, K, Na, Cl,
Lactatdehydrogenase und Alkalische Phosphatase wurden bestimmt. Die erhaltenen
Mittelwerte für jeden der nachgewiesenen Stoffe wurden dann verglichen, um
Unterschiede zwischen den fünf Analysegeräten bzw. Laboren zu
erfassen.
Ergebnis: Es wurden signifikante Unterschiede für die meisten Parameter
zwischen den verschiedenen Analysegeräten gefunden, nur die beiden
Diagnostiklabore lieferten vergleichbare Messwerte für alle gemessenen
Parameter. Die Größenordnung für die Unterschiede zwischen den
Diagnoselaboren und den eigenen Tischgeräten war >= 10 % für 10 der
15 Messparameter.
Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Die Variabilität der Ergebnisse
konnte zum Teil auf Unterschiede bei der Analysemethodik zurückgeführt
werden. Somit ist es sehr wichtig, die spezifische Messmethode anzugeben, wenn
biochemische Daten übermittelt und interpretiert werden. In
Abhängigkeit der gemessenen Substanz und dem spezifischen Fall, kann der
Größenunterschied im Messwert zwischen den unterschiedlichen
Messgeräten Auswirkungen auf das Patientenmanagement (die Behandlung) haben.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Auch hier ein klarer Befund, der zeigt, dass selbst gerätespezifische
Unterschiede in der Nachweismethodik zu nicht exakt vergleichbaren Ergebnissen
führen können, die bei der Behandlung berücksichtigt werden
müssen.
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