Wissenschaft im Fokus
Xiangkun H., Z.
Li, L.
Meiying, B.
Huijun, H.
Nainan & C.
Qiusheng (2007): Seasonal changes of sperm storage
and correlative structures in male and female soft-shelled turtles, Trionyx
sinensis. – Animal Reproduction Science Online 2007 Oct 3.
Saisonale Veränderungen bei der Spermaspeicherung
und den damit verbundenen Strukturen bei männlichen und weiblichen
Weichschildkröten, Trionyx sinensis.
Die Reproduktionsgänge männlicher und weiblicher
Weichschildkröten,
Trionyx sinensis wurden das Jahr über
(März, Mai, September, Dezember) lichtmikroskopisch und
elektronenmikroskopisch (TEM und SEM) untersucht, um damit die Regionen zu
finden und ihre histomorphologischen Charakteristika zu bestimmen, die für
die Spermaspeicherung verantwortlich sind. Zusätzlich sollten ihre
Veränderungen und verschiedenen Phasen im saisonalen Reproduktionszyklus
aufgezeigt werden. Sperma, das im
Ductus epididymis (Nebenhodengang)
vorlag, wurde auch untersucht. Bei den Männchen wird die Spermatogenese im
Frühjahr (Mai) initiiert und das reife Sperma im Herbst episodisch
entlassen (während der Kopulationen). Die Spermatogenese ist im Winter
ausgesetzt. Allerdings ist es bei dieser Art so, dass der Epididymis
während des gesamten Jahres Sperma enthält. Die Spermien, die im
Epididymis vorlagen, waren intakt und einige ihrer Strukturen weisen
einzigartige Unterschiede im Vergleich zu anderen Reptilien auf. Sie sind
charakterisiert durch 35-40 konzentrische Mitochondrien, die eine dichte
Struktur im Zentrum tragen. Viele Glykogengranula liegen im Zytoplasma des
Mittelstücks. Allerdings fanden wir, dass sich die Epithelzellen des
Ductus epididymis mit der Saison verändern. Diese Epithelzellen
sind voll entwickelt und zeigen eine hohe sekretorische Aktivität im
September. Das von diesen Zellen sezernierte Material könnte die Funktion
haben, die gespeicherten Spermien zu ernähren. Spermaspeichernde Strukturen
in Form von Tubuli (Röhrchen) wurden auch in der Wand des Isthmus im
Oviduct (Eileiter) bei überwinternden Weibchen gefunden, fehlten aber bei
den Weibchen, die im Mai und im September untersucht wurden. Diese Tubuli
entwickeln sich durch Faltenbildung und Fusion der Eileiterschleimhaut und sind
ausgekleidet mit zilientragenden und sekretorischen Zellen. Diese Tubuli
könnten eine Mikroumgebung zur längerfristigen Spermaspeicherung
darstellen. Noch vier Monate nach der Trennung vom Männchen
(Dezember-März) wurde noch Sperma in den Tubuli des Isthmus im Oviduct
nachgewiesen. Die einzigartigen Charaktere der Spermien in Kombination mit
speziellen Strukturen zur Spermaspeicherung ermöglicht es den Spermien,
während der Lagerung fertil zu bleiben und ihre Aktivität zu erhalten.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Diese Studie zeigt aber auch, dass zumindest bei dieser
Schildkrötenspezies die Spermaspeicherung der Weibchen begrenzt ist, denn
wenn schon im Mai diese spermaspeichernden Tubuli im Eileiter nicht mehr
vorhanden sind, kann dies nur bedeuten, dass diese Art nicht in der Lage ist,
Sperma über mehrere Jahre hinweg zu speichern.
Zum Seitenanfang
Tipp:
Benutzen Sie die Suchfunktion unserer Homepage, so können sie
einfach und schnell unsere Seiten nach einem bestimmten Begriff durchsuchen.