Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 20.05.2007
Yalcin-Oezdilek, S., H. G.
Oezdilek & M. K.
Sangun (2006): The effects of some elements (Ca,
Mg and Cr) on the nesting activity of green turtles on the Samandag Beach,
Turkey. – Fresenius Environmental Bulletin 15 (12B): 1607-1615.
Die Effekte einiger Elemente (Ca, Mg und Cr) auf die
Nistaktivität der Suppenschildkröten an der Küste von Samandag,
Türkei
Der Strand von Samandag ist eines der wichtigsten Nesthabitate für
Chelonia mydas (L., 1758), eine der bedrohten Spezies unserer Erde. Bei
dieser Studie untersuchten wir Kalzium (Ca), Magnesium (Mg) und Chrom (Cr) in
135 Sandproben, die entlang des Niststrandes (Samandag) von
C. mydas
gesammelt worden waren. Die Proben stammten von drei Positionen: (1) direkt
benachbart zur Nestkammer, (2) aus der Spur des adulten Weibchens und (3) aus
der Umgebung (von zufällig ausgewählten Punkten in 2 km Abstand). Die
Proben wurden zudem aus 3 verschiedenen Tiefen eines jeden Sammelpunkts
entnommen: Oberfläche, mittlere Tiefe (30 cm) und tief (80 cm). Ebenso
wurden einige biologische Daten zur Nistaktivität während der
Brutsaison 2003 notiert wie die Dichte (Häufigkeit) der Nester und die
Schlupfrate für den jeweiligen Ort. Die durchschnittlichen Konzentrationen
für Ca, Mg, und Cr im Sand lagen bei 278 ppm (mg/kg) (+/- 121,97), 317 ppm
(+/- 9,92), und 5,40 ppm (+/- 1,38) für die jeweiligen Elemente. Ca und
Mg-Gehalt des Sandes waren signifikant positiv korreliert mit dem Schlupferfolg
(r = 0,717 für Ca; r = 0,672 für Mg; und für beide p<0,001).
Mehr noch, der Cr-Gehalt zeigte eine positive Korrelation (r = 0,760;
p<0,001) mit der Nestdichte. Die Ergebnisse lassen erkennen, dass beide Ca
und Cr Konzentrationen an den von den Suppenschildkröten zum Nisten
aufgesuchten Stränden eine bedeutende Rolle für deren Schlupferfolg
spielen.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Sicherlich ein äußerst interessanter Befund, der zeigt dass sich
Suppenschildkröten eventuell an den Bestandteilen des Substrats orientieren
könnten. Allerdings bleibt unklar, ob diese Mineralien einen direkten
Einfluss auf die Schlupfrate haben, z. B. indem sie mit der Feuchtigkeit ins Ei
aufgenommen werden könnten, oder ob diese Mineralien nur indirekt etwas
über die Sandqualität als Brutsubstrat aussagen. Letztendlich
könnten sich, wenn diese Mineralien nur zufällig in dieser Gegend mit
einer bestimmten Sandbeschaffenheit assoziiert sind, die Schildkröten bei
ihrer Nistplatzwahl auch an anderen Kriterien orientieren. Dennoch weisen die
Daten aber auf Unterschiede hin, die diesen Befunden nach mit dem Schlupferfolg
korreliert sind, somit wäre die Abklärung der sich daraus ergebenden
Fragen für ein besseres Verständnis der Nisthabitatansprüche sehr
wichtig.
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