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Nachzucht statt Farmzucht; eine Initiative der Schildkröten im Fokus

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Wissenschaft im Fokus

Veröffentlicht: 26.08.2007


Yang, Z., H. Pan & H. Sun (2007): The immune response and protective efficacy of oral alginate microparticle Aeromonas sobria vaccine in soft-shelled turtles (Trionyx sinensis). Veterinary Immunology and Immunopathology 119 (3-4): 299-302.

Die Immunantwort und die protektive Effizienz einer oralen Impfung mit einem Aeromonas-sobria-Impfstoff auf Alginat-Mikropartikel-Basis bei der Weichschildkröte (Trionyx sinensis)


Aeromonas sobria ist ein wesentliches bakterielles Pathogen (Krankheitserreger) bei der Weichschildkröte (Trionyx sinensis). Wir untersuchten die Auswirkungen eines oral zu verabreichenden Alginat-Mikropartikel-A.-sorbia-Impfstoffs (MAV) auf die Immunantwort und die Schutzwirkung bei Weichschildkröten. Die über Formalin gekoppelten Kulturen vom A. sobria Stamm Z-1 (FKC) wurden in Alginatmikropartikel eingeschlossen, und der verkapselte Impfstoff wurde nun zur oralen Immunisierung der Schildkröten verwendet. Die Serum-agglutinierenden Antikörpertiter, die antibakterielle Aktivität der Blutleukozyten und der relative Prozentsatz für die Überlebensrate (RPS) nach Infektion mit virulenten lebenden Bakterien von Kontroll- und geimpften Schildkröten wurden erfasst. Die Serum-agglutinierenden Antikörpertiter und die bakterizide Aktivität der Leukozyten in den oral mit MAV geimpften Schildkröten erreichten gleiche Werte wie bei FKC injizierten Schildkröten und waren signifikant höher als in unbehandelten infizierten Kontrolltieren. Die RPS der oral mit MAV geimpften Schildkröten und der intraperitoneal mit FKC injizierten Schildkröten lag bei 89,5 und 94,7 %, während 95 % der unbehandelten infizierten Kontrollschildkröten verstarben. Diese Ergebnisse zeigen, dass oral verabreichte Alginat-Mikropartikel mit A.-sorbia-Impfstoff eine Immunantwort auslösen und einen Schutz gegen diese bakterielle Infektion bei Weichschildkröten bieten.

Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Eine schöne Arbeit die zeigt, dass die Notwendigkeit eines profitorientierten „Schildkrötenfarmings“ nicht nur bedauernswerte Nachteile mit sich bringt, sondern dass hier die wirtschaftlichen Interessen dazu geführt haben, Impfstoffe und Verfahren zu deren kostengünstigen Verabreichung zu entwickeln, die die Tiere vor bakteriellen Infektionen schützen. Etwas, das zumindest trotz der oft horrenden Liebhaberpreise für privat oder in Zoos gehaltene Schildkröten bisher hierzulande oder andern Orts nicht versucht oder gar realisiert wurde. Immerhin ein Erfolg, der dahingehend Mut macht, dass auch gegen andere bakterielle Infektionskrankheiten bei Schildkröten oder allgemein bei Reptilien Impfstoffe entwickelt werden könnten.




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© Michael Daubner 2012Schildkröten im Focus