Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 14.111.2005
Yin, J., Y. Tezuka,
Y. Subehan, L. Shi,
J. Y. Ueda,
K. Matsushige & S.
Kadota (2005): A combination of soft-shell turtle
powder and essential oil of a unicellular chorophyte prevents bone loss and
decreased bone strength in ovariectomized rats. – Biological and
Pharmaceutical Bulletin 28 (2): 275-279.
Eine Kombination von Weichschildkröten-Pulver und
essentiellem Öl eines unizellulären Chlorophyten verhindert
Knochenschwund und die Abnahme der Knochenfestigkeit in ovariectomierten
Ratten
Die Wirkung des Pullvers (SST; soft-shell-turtle) der Weichschildkröte
(
Trionyx sinensis) auf die proximale Tibia (Schienbein) von
ovariectomierten Ratten (OVX) wurde unter Verwendung peripherer quantitativer
Computer-Tomographie (pQCT) und durch Überprüfung biochemischer Marker
im Serum untersucht. Unter der Annahme einer Beziehung zwischen antioxidativen
Eigenschaften und antiosteoporotischer Aktivität, wurde auch die
synergistische Wirkung einer Mischung von SST und dem essentiellem Öl der
Mikroalge Haematococcus pluvialis (OHP) mit starker antioxidanter Aktivität
untersucht. Die orale Aufnahme von SST (100, 200 mg/kg) oder einer Mischung von
SST (100, 200 mg/kg) und OHP (13, 26 mg/kg) dreimal wöchentlich verhindert
eine Abnahme der Knochen-Mineralzusammensetzung (BMC) im gesamten Knochen und
hemmte auch die Abnahme der BMC und der Knochen-Mineraldichte (BMD) im
kortikalen Knochen sowie die Abnahme der Knochenfestigkeit. Diese Indices wurden
durch die Ovarektomie in einer Dosisabhängigkeit, ohne die Gebärmutter
betreffenden Nebenwirkungen untersucht. Jedenfalls zeigte OHP alleine keine
signifikanten Wirkungen.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Mir stellt sich bei diesen Untersuchungen immer die Frage nach geeigneten
Kontrollen? Sicher, wenn OHP als essentieller Fettsäurelieferant nichts
macht, scheint Schildkrötenpulver wichtiger zu sein. Aber vielleicht
könnte man den gleichen Effekt bei Verabreichung von Knochenmehl, Lebertran
oder Hühnereiern beobachten, denn was wir wissen, ist doch, dass die
Knochenmineralisation von einer mineralreichen Nahrung und den Hormonen
Östradiol und Vitamin D am stärksten beeinflusst wird. Das wiederum
lässt jedes Nahrungsmittel, das diese Substanzen erhält, als geeignet
erscheinen. Dazu muss man nicht unbedingt Schildkrötenpulver zu sich
nehmen. Dennoch sei den Zuchtfarmen ihr Auskommen gegönnt, solange solche
Mitteilungen nicht dahingehend missbraucht werden, dass die Leute, die sich kein
Pulver kaufen können, sich welches besorgen, indem sie die wild lebenden
Populationen im wahrsten Sinne des Wortes verpulvern.
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