Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 21.06.2009
Ziolo, M. S. & M. F. Bertelsen (2009):
Effects of propofol administered via the supravertebral sinus in red-eared
sliders. – JAVMA – Journal of the American Veterinary Medical
Association 234 (3): 330-393.
Effekte von Propofolgaben über den
Supravertebralsinus bei Rotwangenschmuckschildkröten
Ziel: Die Charakterisierung der Auswirkungen einer Propofolgabe von 10 oder 20
mg/kg (4,5 und 9 mg/lb) über die Supravertebralvenensinus bei
Rotwangenschmuckschildkröten (Trachemys scripta).
Studiendesign: Prospektive, maskierte randomisierte Überkreuzstudie.
Tiere: 10 adulte weibliche Rotwangenschmuckschildkröten.
Vorgehensweise: Propofol wurde über den Supravertebralsinus injiziert. Es
wurden der Skelettmuskeltonus, der Nacken-, Vorderbein-, Hinterbein- und
Schwanzmuskeln sowie die Herzfrequenz und die Palpebral-, Korneal- und
Berührungsreflexe, die tiefe Schmerzreaktion und Spontanbewegungen
aufgezeichnet.
Ergebnisse: Die durchschnittliche Induktionszeit betrug 1,7 +/- 2,4 Minuten und
0,9 +/- 1,4 Minuten für Propofoldosen von 10 und 20 mg/kg. Signifikante
Unterschiede zwischen den beiden Dosen ergaben sich für die Narkosedauer,
die Dauer der Plateauphase und bei der Erholungsphase des Skelettmuskeltonus'.
Ein erhöhter Teil der Schildkröten, die 20mg/kg erhalten hatten,
zeigte einen Verlust des Palpebralreflexes und der tiefen Schmerzempfindung,
während Kornelreflex und Spinalreflexe weitgehend bei beiden Dosen erhalten
blieben. Es ergaben sich keine signifikanten Unterschiede für das
Zeitintervall bis zum Erreichen des maximalen Verlusts des Skelettmuskeltonus'
oder in Bezug auf die Zeit bis zum Verlust oder der Erholung der Reflexe.
Zeitendauer der Totalanästhesie betrug 63,2 +/- 23,8 Minuten und 90,5 +/-
32,3 Minuten für 10 und 20 mg/kg. Die Herzfrequenz blieb in jedem Fall
konstant zwischen 30 und 40 Schlägen/min.
Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Propofolgaben über den
Supravertebralsinus wirken schnell und zuverlässig in Bezug auf eine
Narkose bei gesunden Rotwangenschmuckschildkröten. Dosen von 10 bis 20
mg/kg sollten ausreichend sein, um kurze Behandlungen durchzuführen oder
für die Vorbereitung für einen Inhalationsanästhesie.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Diese Zootierärzte haben hier wirklich eine schöne knappe
Untersuchung mit klaren, nachvollziehbaren Ergebnissen vorgestellt – ein
gutes Beispiel wie Untersuchungen und Daten für eine Fort- und
Weiterbildung aufbereitet sein sollten.
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Schlagwörter
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Rotwangen-Schmuckschildkröten, Trachemys scripta elegans |
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Narkose |