Wissenschaft im Fokus
Veröffentlicht: 04.06.2007
Zuffi, M. A. L., F.
Odetti, R.
Batistoni & G.
Mancino (2006): Geographic variation of sexual size
dimorphism and genetics in the European pond turtle, Emys orbicularis
and Emys trinacris, of Italy. – Italian Journal of Zoology 73
(4): 363-372.
Geographische Variationen beim Sexualdimorphismus und der
Genetik bei der Europäischen Sumpfschildkröte, Emys
orbicularis und Emys
trinacris in Italien
Wir studierten das Ausmaß des Sexualdimorphismus (SSD) bei der
Europäischen Sumpfschildkröte fast über das gesamte
Verbreitungsgebiet in Italien, wozu wir acht morphologische Parameter bei 580
Emys Individuen erfassten. Wir beschreiben dabei die Populationen von
Italien und den größeren mediterranen Inseln. Ein
Größendimorphismus zwischen den Geschlechtern war in allen Proben
nachweisbar, aber er traf nicht auf alle einbezogenen Regionen zu.. Beim SSD in
den untersuchten
Emys spiegeln sich sehr wahrscheinlich auch
Wachstumsverläufe und die Architektur der Körpergröße
zwischen den Geschlechtern im Adultstadium wider. Die italienischen Populationen
ließen sich in fünf Gruppen mit morphologischen Unterschieden
gliedern: (i) östliche Poebene Italien nördlich bis zu den Apenninen;
(ii) Tyrrhenisches Italien; (iii) Korsika; (iv) Sardinien; und (v)
südliches Italien und Sizilien. Diese Befunde sind in Einklang mit den
kürzlich publizierten Daten zur Systematik der mediterranen Populationen.
Einige der italienischen Populationen wurden zusätzlich mit der
Restriktions-Endonuklease-Analyse der 18+28S ribosomalen DNS anhand von 43
Individuen aus acht Lokalitäten getestet. Das Auftreten eines
Restriktionsfragment-Längenpolymorphismus bei der rDNS konnte festgestellt
werden. Morphometrische und molekulare Daten zeigten, dass sich die zwei
Populationen aus Kalabrien signifikant im Vergleich zu den anderen Populationen
unterschieden. In Anlehnung an die früheren mitochondrialen DNS-Analysen
unterstützen unsere Ergebnisse auch die Ansicht, dass die
süditalienischen Populationen von
E. orbicularis unterschiedlich
zu den restlichen italienischen Populationen sind, obwohl unsere Ergebnisse
nicht perfekt mit den Daten der früheren Arbeiten übereinstimmen.
Anmerkung von H.-J. Bidmon:
Nun hier vermisst man etwas die klare Zuordnung, wo denn nun welche Art
wirklich vorkommt, falls es überhaupt eine klare Abgrenzung und nicht nur
Unterschiede auf Populationsniveau gab. Oder sollte der letzte Satz eher
andeuten, dass man die Befunde so – und damit etwas mehr nach der Meinung
der Gutachter – umformulieren musste, denn die Begutachtung erfolgte
sicher auch durch die Autoren der vorher gehenden Publikationen?
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